Barf beim Hund

Bei kaum einem Thema scheiden sich die Geister von Hundehaltern so sehr wie bei BARFen oder BARF beim Hund: Ist die Ernährungsmethode, bei der ausschließlich rohe Futtermittel verfüttert werden, sinnvoll oder möglicherweise sogar schädlich für die Gesundheit des Tieres? Wer sich für die Rohfütterung entscheidet, sollte sich zum Wohl seines Hundes intensiv mit der Ernährungsform auseinandersetzen und einen Tierarzt zu Rate ziehen, denn einige Grundregeln gilt es dabei unbedingt zu beachten.

  • Was ist BARF?

    Was ist BARF?

    Die Abkürzung Barf, Barfen oder BARF machte im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel durch. In Deutschland steht BARF heute für „Biologisch artgerechte Rohfütterung“, im Angelsächsischen für „Bones and raw food“ – daraus lässt sich auch bereits der grundlegende Ansatz der Ernährungsweise erkennen: BARF orientiert sich am Fressverhalten von Wildhunden und Wölfen – auf Fertigprodukte wird dabei folglich komplett verzichtet. Stattdessen bilden rohes Fleisch, Innereien, Knochen und Fisch die Grundlage, die durch pflanzliche Öle, Getreide, verschiedene Gemüse- und Obstsorten und spezielle Nahrungszusätze ergänzt werden – BARF steht also nicht nur für eine reine Rohfleischfütterung, sondern für eine Ernährungsweise mit ausschließlich rohen Futtermitteln.

  • Vorteile der Ernährungsweise

    Vorteile der Ernährungsweise

    Auch wenn es die derzeitige Studienlage nicht stützt [1], wird BARF von Hundehaltern zahlreiche Vorteile zugeschrieben. Oftmals angeführt wird, dass BARF beim Hund zu einem geringeren Körpergeruch, besseren Zähnen, glänzendem Fell sowie zu einer allgemein besseren Konstitution führe.

    Fest steht, dass durch die Rohfütterung allergieauslösende Stoffe ausgeschlossen werden können und die Nahrung frei von Zusätzen wie Farbstoffen oder Konservierungsmitteln ist. Zudem kann die Ration bei speziellen Erkrankungen des Hundes oft sehr gut an die geänderten Bedürfnisse angepasst werden.

     

    1. L. M. Freeman et. al., Journal of the American Veterinary Medical Association, Dezember 2013

  • Nachteile der Ernährungsweise

    Nachteile der Ernährungsweise

    BARF beim Hund birgt die Gefahr einer Mangelernährung, da der Hundehalter die Futterrationen zusammenstellen und – im Gegensatz zur Fertignahrung – selbst für eine ausgewogene und ausreichende Versorgung des Hundes mit allen notwenigen Nährstoffen (wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen) sorgen muss. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem individuellen Nährstoffbedarf des Tieres ist deshalb für die Gesundheit und das Wohl des Tieres essentiell. Im Idealfall erstellen Hundehalter in enger Zusammenarbeit mit dem Tierarzt einen Futterplan, der den Kalorien-, Vitamin- und Mineralstoffbedarf des Tieres zuverlässig abdeckt. 

    Eine Gefahr von BARF stellen Infektionen mit Mikroorganismen dar: Gerade rohes Fleisch kann Träger und Nährboden von Bakterien oder Parasiten sein, die im Normalfall durch Erhitzen des Fleisches abgetötet werden. Da das Fleisch bei BARF jedoch roh verfüttert wird, können eventuell enthaltene Krankheitserreger gesundheitliche Schäden verursachen – diese können auch für Menschen ein Gesundheitsrisiko darstellen. Wird das Fleisch zuvor eingefroren oder bereits als Tiefkühlware gekauft, kann das Risiko einer Infektion deutlich reduziert werden.

  • BARF - auf einen Blick

    BARF - auf einen Blick

    Grundsätzlich ist gegen BARF beim Hund nichts einzuwenden – insofern sich der Tierhalter intensiv mit der Ernährungsweise und dem Nährstoffbedarf seines Tieres auseinandersetzt. Ein Austauschmit dem Tierarzt ist dabei empfehlenswert. Auch der sorgfältige Umgang mit den rohen Zutaten muss dringend beachtet werden – für die Gesundheit des Tieres wie des Halters.

  • Häufige Gründe für BARF beim Hund

    Häufige Gründe für BARF beim Hund

    Der Wunsch nach einer natürlichen, gesunden und  ausgewogenen Ernährung des Tieres ist oftmals ein Grund für BARF beim Hund. Da das Futter aus frischen Zutaten vom Halter selbst zubereitet wird, enthält es keinerlei künstliche Zusatzstoffe oder Konservierungsmittel. Zudem wird die Qualität der Futterbestandteile häufig höher eingeschätzt als die von Fertigprodukten. Auch bei Futtermittelunverträglichkeiten oder Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe von Fertigfutter – hauptsächlich Bestandteile aus Fleisch und Getreide – steigen viele Hundebesitzer auf BARF um – so können sie sicherstellen, dass die unverträglichen Stoffe nicht im Futter enthalten sind. 

    Ein häufiges Argument für BARF beim Hund ist außerdem die Rückkehr zu einer artgerechten und natürlichen Ernährungsform, abgeleitet von der Abstammung des Hundes vom Wolf – die Fütterung von industriell hergestelltem Fertigfutter wird von vielen Hundehaltern als nicht natürlich angesehen. Dem gegenüber steht jedoch die Domestizierung von Hunden, also die Veränderung vom Wild- zum Haustier. Im Zuge der Domestizierung – unter anderem aufgrund der Fütterung durch Menschenhand – hat sich das Verdauungssystem von Hunden angepasst: Im Gegensatz zu Wölfen sind Hunde in der Lage, Kohlenhydrate zu verdauen.

Gut zu wissen!

Füttern von Knochen

Die Gabe von Knochen gehört zu den Grundsätzen von BARF, birgt jedoch ein Risiko: Knochensplitter können Verletzungen im Mundraum, Rachen oder Darm des Tieres verursachen. Zudem kann eine übermäßige oder für den Hund noch ungewohnte Knochenfütterung zu einer massiven Verstopfung („Knochenkot“) führen. Um die Gefahren zu verringern, gilt es bei der Fütterung von Knochen neben einer langsamen Umstellung der Fütterung folgendes zu beachten:

  • Niemals gekochte Knochen füttern, da diese leicht splittern
  • Keine Röhrenknochen oder Hühnerknochen füttern
  • Ausschließlich Markknochen und fleischige Knochen von Jungtieren füttern