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Schwachstelle Katzenniere

Lebensqualität bei chronischer Nierenerkrankung erhalten 

Unsere Hauskatzen werden immer älter – im Schnitt liegt die Lebenserwartung mittlerweile bei 15 bis 18 Jahren. Was für Katzenhalter ein Segen ist, bringt für die Katzen eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von Alterserkrankungen mit sich. Ein besonderes Augenmerk gilt hier der chronischen Nierenerkrankung (CNE), die zu den häufigsten Krankheiten bei Katzen zählt. Denn wie auch bei uns Menschen sind die Nieren der Katze lebenswichtige Stoffwechselorgane und unter anderem für die Entgiftung des Körpers zuständig. Im Verlauf der CNE geht die Funktionsfähigkeit der Nieren nach und nach verloren – und das unwiderruflich. Hoffnung gibt es trotzdem: Entsprechende Therapiemaßnahmen können der Katze einen guten Lebensabend ermöglichen, vorausgesetzt, die Erkrankung wird rechtzeitig entdeckt. Im Sinne der Früherkennung sollten Sie die Nierengesundheit Ihrer Katze also bereits ab dem Jungtieralter im Blick haben. 

Die Nieren sind lebenswichtige Organe: Jeden Tag wird das gesamte Blut des Körpers mehrere hundert Male durch sie hindurchgepumpt und dabei von Abfallprodukten des Stoffwechsels gereinigt. Eine erkrankte Niere, die ihre Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen kann, hat somit schwerwiegende Folgen für den gesamten Organismus. Da zerstörtes Nierengewebe nicht repariert oder ersetzt werden kann, ist die Erkrankung nicht heilbar. Folglich zählt die CNE zu den häufigsten Todesursachen bei unseren Katzen. Auch wenn die chronische Nierenerkrankung bereits bei jüngeren Katzen auftreten kann, gilt sie als typische Alterserkrankung: Jede zweite Katze mit einer CNE ist 7 Jahre oder älter. Bei den Katzen über 15 Jahre ist etwa jede dritte von der Erkrankung betroffen.1,2  

Die CNE kommt auf leisen Pfoten 
Die Ursache einer CNE kann oftmals nicht genau geklärt werden. In den meisten Fällen geht eine Schädigung des Nierengewebes voraus, etwa durch eine Infektion oder Entzündung. Die CNE beginnt mit Schäden an den kleinsten Funktionseinheiten der Nieren, den sogenannten Nephronen. Die darin enthaltenen Nierenkörperchen filtern Abbauprodukte wie Kreatinin und Harnstoff aus dem Blut, das stetig durch die Nieren fließt. Diese als harnpflichtige Substanzen bezeichneten Stoffe werden anschließend mit dem Urin ausgeschieden und das Blut fließt gereinigt zurück in den Körper – ein effektives System. Sobald allerdings erste Nierenkörperchen zugrunde gehen, beginnt ein Teufelskreis. Denn um die Leistung der Nieren aufrechtzuerhalten, arbeiten die noch funktionsfähigen Nierenkörperchen vermehrt, um den Verlust auszugleichen. Durch die Überlastung gehen sukzessive weitere Nierenkörperchen zugrunde. Das Tückische an der Erkrankung: Da Katzen rund 200.000 Nephrone besitzen, kann dieser Prozess lange Zeit – oftmals über Jahre hinweg – völlig unbemerkt ablaufen. Erst wenn etwa 75 % des Nierengewebes nicht mehr arbeiten, macht sich eine CNE durch Symptome bemerkbar. Hierzu zählen vermehrtes Trinken mit gesteigertem Urinabsatz, Appetitlosigkeit mit Gewichtsverlust sowie Erbrechen und Durchfall. Auch ein an Urin erinnernder Mundgeruch lässt sich teilweise feststellen. Zudem können Wesensänderungen wie Teilnahmslosigkeit und verminderte Aktivität ebenfalls auf eine vorliegende chronische Nierenerkrankung hindeuten.

Geeignete Therapie kann Lebensqualität erhalten    
Beim ersten Verdacht auf eine CNE sollten Sie mit Ihrer Katze unbedingt einen Tierarzt aufsuchen. Mittels Blut- und Urinuntersuchung kann dieser eine vorliegende CNE zweifelsfrei feststellen: Aufgrund der nachlassenden Nierenfunktion reichern sich im Blut einer nierenkranken Katze Abfallprodukte des Stoffwechsels wie Harnstoff oder Kreatinin an, die normalerweise über die Nieren ausgeschieden werden. Stellt der Tierarzt eine CNE fest, wird er umgehend eine entsprechende Therapie einleiten. Denn auch wenn die Erkrankung nicht heilbar ist, besteht die Möglichkeit, ihr Fortschreiten aufzuhalten und das Leben der er-krankten Katze bei guter Lebensqualität zu verlängern. Ein wesentlicher Bestandteil der Behandlung ist die konsequente Umstellung auf eine spezielle Nieren-Diät. Diese entlastet die geschädigten Nieren der Katze und erhöht damit deren Funktionsfähigkeit. Auch der Einsatz biologischer Tierarzneimittel hat sich bei der Therapie einer CNE bewährt, um den Energiestoffwechsel auszugleichen und die Nierenfunktion zu unterstützen. 

Gut zu wissen 
Beim Kauf von Arzneimitteln für ihr Haustier sollten Sie auf den Zusatz „ad us. vet.“ achten – diese Kennzeichnung zeigt an, dass das Arzneimittel „zum tierarzneilichen Gebrauch“ registriert und folglich speziell für den Einsatz beim Tier entwickelt wurden. Über die entsprechende Dosierung der Arzneimittel für die jeweilige Tierart gibt der Beipackzettel Auskunft. Unabdingbar ist außerdem eine engmaschige Kontrolle durch den Tierarzt, um den Erfolg der Therapiemaßnahmen zu überprüfen und diese falls notwendig anzupassen oder zu erweitern.  

Früherkennung ist das A und O! 
Entscheidend für den Behandlungserfolg einer CNE ist eine möglichst frühzeitige Diagnose der Erkrankung. Denn je eher diese erkannt wird und je mehr Nierenkörperchen folglich noch intakt sind, desto besser stehen die Therapiechancen. Als Halter sollten Sie daher unbedingt frühzeitig mit der CNE-Vorsorge bei Ihrer Katze beginnen. Hierzu empfiehlt sich ein Nieren-Check durch den Tierarzt, sobald der Vierbeiner ausgewachsen ist. Im Rahmen dieser Unter-suchung wird auch der individuelle Kreatinin-Referenzwert der Katze bestimmt. Bei einer gesunden Katze ist dieser Wert relativ konstant, allerdings kann er sich von Katze zu Katze deutlich unterscheiden. Zur Früherkennung ist der Wert sehr nützlich, da sich krankhafte Veränderungen anhand einer entsprechenden Blutuntersuchung sofort erkennen lassen. Spätestens ab dem 7. Lebensjahr sollte dann bei jeder Katze ein jährlicher Nieren-Check beim Tierarzt erfolgen. 

Der Nieren-Check unter https://www.vetepedia.de/gesundheitsthemen/katze/niere/nieren-check/
kann Ihnen dabei helfen, auf Symptome einer chronischen Nierenerkrankung bei Ihrer Katze aufmerksam zu werden.

Weitere Informationen zur Katzengesundheit und zur CNE finden Sie unter
https://www.vetepedia.de/gesundheitsthemen/katze/

Biologische Heilmittel Heel GmbH

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Literatur
1 Thierry Francey, Ariane Schweighauser: Klinische Epidemiologie von Nierenerkrankungen bei der Katze. In: Vet. Focus 28 (2008), S. 2–7. 
2 Geddes et al., 2013

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