Vetepedia Logo
Helping Vets Gewinner 2017.

Helping Vets 2017 - Der Verantwortung gegenüber Tieren wieder mehr gerecht werden

Menschen helfen Tieren, Tiere helfen Menschen

Trotzdem der Mensch sich seit jeher als die Krone der Schöpfung ansieht und Tiere als niedere Lebensform einstuft und oft entsprechend behandelt, steht fest, dass der Mensch ohne tierische Unterstützung nie zu dem geworden wäre, was er heute ist. Als Nahrungsquelle dienten Tiere schon immer, aber schon vor etwa 3000 Jahren begann der Mensch, Tiere zu zähmen und als Haustiere zu halten. Dies war mit vielen Vorteilen verbunden: Tierprodukte standen jederzeit zur Verfügung, manche Tiere boten Schutz, andere Hilfe bei schwerer Arbeit und Pferde dienten als schnelles Fortbewegungsmittel. Heute hat die Mensch-Tier-Beziehung in jeglicher Hinsicht eine neue „Dimension“ erreicht: Einerseits erreicht die Fleischproduktion und Massentierhaltung immer wieder neue Rekordhöhen, andererseits werden Haustiere „überversorgt“ mit edelsten Accessoires, einer Vielzahl von diversesten “Mittelchen“ aller Art bis hin zu lackierten Krallen.  Aber auch eine weitere Entwicklung ist zu beobachten: das Potenzial tierischer Hilfe im humanmedizinischen Bereich in Form der tiergestützten Therapie.

Helping Vets – bereits zum fünften Mal

Unter dem Motto „Menschen helfen Tieren, Tiere helfen Menschen“ fand Anfang Juli auf dem Anwesen der Confido-Initiativen GmbH Dr. Peter Schopf in Adlmörting/Bad Griesbach eine Pressekonferenz statt, auf der Heel Veterinär nun schon zum fünften Mal drei Tierschutzorganisationen auszeichnete, die Besonderes für das Wohlergehen von Tieren leisten. Die Vorstellung der Hilfsprojekte und die Ehrung der Preisträger erfolgten durch den bekannten Schauspieler und Tierfreund Hardy Krüger Junior.

Ausgezeichnet wurde das Projekt HundeDoc in Berlin, das Tiere mittelloser Jugendlicher und junger Erwachsener behandelt, die überwiegend auf der Straße leben und sozialpädagogisch betreut werden. Die Tierärztin Jeanette Klemmt sucht mit ihrer mobilen Tierarztpraxis regelmäßig sozialpädagogische Kontaktläden auf, bei denen sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufhalten, und gewährt Beratung, tiermedizinische Grundversorgung sowie Operationen bzw. Kastrationen nach erfolgter Absprache und Terminvergabe durch die kooperierenden Sozialarbeiter/innen. Über das enge Verhältnis zu ihrem Tier werden die Tierhalter motiviert, Eigenverantwortung für ihre persönlichen und sozialen Belange stärker als bisher wahrzunehmen. Das Projekt HundeDoc wird ausschließlich durch Spenden finanziert (www.stiftung-spi.de/projekte/hundedoc).

Ebenfalls honoriert wurde das Engagement von Cavia Care e.V. aus Taunusstein, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, vernachlässigte oder ausgesetzte Meerschweinchen aufzunehmen, nach Bedarf gesund zu pflegen und dann in ein liebevolles Zuhause zu vermitteln. Cavia Care sieht es als wichtige Aufgabe an, über diese Tiere aufzuklären, mit Missverständnissen wie „Meerschweinchen sind Kindertiere“ aufzuräumen und den Tieren eine öffentliche Stimme zu geben. Darüber hinaus vermittelt der Verein geeignete Plätze für die Urlaubspflege (www.cavia-care.de).

Als drittes Projekt ausgezeichnet wurde die AG Tierschutz Pferde und Co. e.V. in Karlsruhe-Berghausen, die sich seit Jahren um kranke, alte und misshandelte Pferde und Nutztiere kümmert – in enger Zusammenarbeit mit Tierärzten, Homöopathen und Huforthopäden. Ziel ist, diesen Tieren in ihren letzten Lebensjahren noch ein artgerechtes, soziales Leben in Herdenhaltung zu ermöglichen. Alle Mitarbeiter sind ehrenamtlich tätig, der Verein ist daher komplett auf Spenden angewiesen (https://agtierschutz.wixsite.com/pfinztal).

Tiergestützte Therapie bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen

„Bindungsstörungen sind das große Problem von Traumafolgen. Das Bindungssystem wieder ‚weich‘ und offen zu machen, ist daher die große therapeutische Herausforderung“, berichtete Dr. Peter Schopf, der vor zwölf Jahren die Confido-Initiativen mit dem Ziel gegründet hat, traumatisierten Kindern förderliche Bedingungen zu bieten. Da die Beziehungen zu erwachsenen Menschen oft vorbelastet sind, bieten sich Tiere als ideale Partner an, wieder Bindung zu wagen und Vertrauen zu üben. Entscheidend dabei ist die natürliche Ehrlichkeit und Direktheit des Tieres, denn Tiere sind nicht falsch und nicht berechnend. Bedeutsam ist auch der Körperkontakt, so Schopf, Kinder können in der Beziehung zu Tieren Vorbelastungen überwinden und wieder einen neuen Zugang zu ihrem Körpergefühl gewinnen.

Eine besondere Bedeutung hat das Reiten, bei dem die Kinder sehr sensibel die Interaktionen von Mensch zu Tier und umgekehrt erleben können. „Wir nutzen die Pferde und alle auf dem Hof lebenden Tiere als Co-Therapeuten und bieten in Einzel- und Gruppensettings Reittherapie und Reitpädagogik sowie heilpädagogisches Reiten und Voltigieren an“, betonte Reittherapeutin Gisela Schröder. Der Fokus liegt dabei auf der Schulung der Körperwahrnehmung und der Stärkung des eigenen Selbstwertgefühls. Der verbale Austausch mit dem Therapeuten tritt in einer erfolgreichen Reittherapie in den Hintergrund.

Bei der Hundetherapie kommt es immer wieder zu einem Rollentausch, nachdem zuerst der Hund unter Anleitung einen Parcours durchlaufen muss und danach die Kinder sich in die Rolle des Hundes begeben. „Wichtig dabei sind die Körpersprache, differenzierte Kommandos sowie das Entwickeln von Handlungsstrategien zur Bewältigung der gestellten Aufgaben“, so die staatlich geprüfte Kinderpflegerin Bianca Biebl. In Einzelsettings kann gezielt auf individuelle Bedürfnisse eingegangen werden, Gruppensettings fördern das Lernen untereinander und beinhalten gleichzeitig auch Aspekte eines Wettbewerbs.

One Health – Gesundheit von Mensch und Tier sowie Umweltaspekte

„Es ist an der Zeit, durch bessere, artgerechte Zucht wie auch durch artgerechte Haltung unserer Verantwortung dem Tier gegenüber wieder gerecht zu werden“, betonte Prof. Stephan Neumann, Leiter der Kleintierklinik an der Universität Göttingen. Am Beispiel der Antibiotika-Resistenzen, die in den letzten Jahren stark zugenommen haben, zeigte er Wege auf, wie der Mensch im Sinne des ‚One Health‘-Gedankens nicht nur für die Tiere, sondern auch für die eigenen nachfolgenden Generationen handeln kann. Anhand von klinischen Beispielen beleuchtete er den Erfolg versprechenden Einsatz alternativer Behandlungsmethoden. Er appellierte, neue Wege zu gehen und – wie es auch die EG-Bioverordnung vorsieht – Antibiotika nur noch in den zwingend notwendigen Fällen einzusetzen, in denen diese alternativlos sind.

6.542 Zeichen inkl. Leerzeichen

Weitere Informationen zur Aktion Helping Vets finden Sie – speziell abgehandelt unter dem Thema Helping Vets / Aktion – auf dem Tiergesundheitsportal www.vetepedia.de der Heel Vet.


Biologische Heilmittel Heel GmbH 

Material komplett herunterladen (zip)

Das Material enthält den o.a. Publikumspressetext sowie das nebenstehende Bildmaterial in Druckqualität, das für redaktionelle Zwecke unter Angabe des Bildnachweises "Foto: Biologische Heilmittel Heel GmbH" kostenlos verwendet werden kann.

Zurück...