Krankheitsbild eines stumpfen Traumas bei einer Katze

Wird gesundes Gewebe durch Krafteinwirkung von außen geschädigt, wird die daraus entstehende Verletzung als Trauma bezeichnet. Unterschieden werden kann hier zwischen einem offenen und stumpfen Trauma: Ersteres geht mit einer Eröffnung der Haut einher, wie es etwa bei Biss-, Schnitt- oder Platzwunden der Fall ist. Bei einem stumpfen Trauma bei einer Katze wird die Haut, eventuell auch darunterliegendes Gewebe wie Muskeln, Sehnen oder innere Organe geschädigt, ohne dass die Haut sichtbar verletzt wird. Stumpfe Traumata können bei Katzen im Alltag schnell entstehen, etwa beim Spielen, Jagen oder im Straßenverkehr. Zu stumpfen Traumata zählen:

Verstauchungen und Zerrungen (Distorsion)

Verstauchungen und Zerrungen entstehen häufig durch Stürze oder Umknicken einer Gliedmaße. Durch das Überdehnen des Gelenkes werden dabei die Gelenkflächen über das normale Maß hinaus gegeneinander verschoben, kehren aber wieder in ihre natürliche Position zurück. Die Überdehnung der Bänder und/oder Gelenkkapseln ist sehr schmerzhaft, außerdem kann es zu Blutergüssen und einer Schwellung kommen.

Ausgerenktes Gelenk (Luxation)

Wie bei der Distorsion kommt es bei einer Luxation zu einer Überdehnung des Gelenkes und damit zu einer Verschiebung der Gelenkflächen gegeneinander. Dabei wirkt jedoch eine so starke Kraft auf das Gelenk, dass die Bänder und Gelenkkapsel reißen und die Gelenkflächen dadurch nicht mehr in Ihre natürliche Position zurückkehren. Ein ausgerenktes Gelenk verursacht starke Schmerzen, Blutergüsse, eine starke Schwellung sowie eine unnatürliche Gelenkstellung. 

Prellung (Kontusion)

Im Falle einer Prellung oder Quetschung, die meist durch einen Stoß, Schlag oder Sturz verursacht wird, kommt es zu einer Reizung der Muskulatur, teilweise sind auch Bänder, Knochenhaut oder Gelenkkapsel betroffen. Eine Prellung äußert sich durch eine Schwellung des betroffenen Gewebes sowie durch die Entstehung eines Blutergusses. 

Gut zu wissen!

Wichtig ist, dass jedes Trauma im Körper einen komplexen, heilungsfördernden Entzündungsprozess auslöst. Es gilt, den Reiz zu beseitigen und beste Voraussetzungen für den Heilungsverlauf zu schaffen, damit das geschädigte Gewebe schnellstmöglich und vollständig repariert werden kann.

Es kann dabei jedoch zu einer überschießenden Entzündungsreaktion kommen, die das Abheilen der Verletzung verzögern oder sogar verhindern kann. Die Folgen sind starker Schmerz, Schwellung und eine Bewegungseinschränkung. Unter Umständen kann sich aus einer akuten auch eine chronische Entzündung entwickeln.