Was passiert bei der chronischen Nierenerkrankung (CNE) der Katze?

Wie wir Menschen auch haben Katzen zwei Nieren. Jede dieser Nieren besteht aus ca. 200.000 kleinen Filtereinheiten (Nephrone). Das Blut im Körper wird jeden Tag mehrere hundert Mal durch die Nieren gepumpt und dort aufbereitet. Gereinigt fließt es in den Organismus zurück. Abgepresstes Wasser und darin enthaltene Abfallprodukte werden über das Nierenbecken und den Harnleiter zunächst in der Harnblase gesammelt und anschließend über die Harnröhre als Urin ausgeschieden.

Die chronische Nierenerkrankung ist eine unheilbare und fortschreitende Krankheit, bei der die Nierenfunktion immer weiter abnimmt. Katzen sind dafür aufgrund der Beschaffenheit ihrer Nieren deutlich anfälliger als etwa Hunde, da sie eine wesentlich geringere Anzahl an Nierenkörperchen (den sogenannten Nephronen) besitzen, die bei einer CNE nach und nach zugrunde gehen.
Die chronische Nierenerkrankung beginnt mit Schäden an den Nierenkörperchen. Die Nieren gleichen den Verlust aus, indem die noch intakten Nephrone ihre Leistung steigern. Durch die Überlastung gehen weitere Nephrone zugrunde und die Nieren können ihre Funktion nicht mehr ausreichend erfüllen, etwa das Ausscheiden von Abbauprodukten des Stoffwechsels, die Regulation des Elektrolyt- und Säure-Basen-Haushaltes sowie des Blutdrucks. Letztlich bewirkt die CNE eine „innere Vergiftung“ in Form einer tödlich verlaufenden Harnvergiftung (Urämie).

Was im Einzelfall die genaue Ursache für den Ausbruch der chronischen Nierenerkrankung war, lässt sich in den meisten Fällen nicht eindeutig bestimmen, da die Diagnose oft erst Wochen, Monate oder sogar Jahre nach Beginn der Erkrankung gestellt wird. Voraus geht aber in den meisten Fällen eine Schädigung des Nierengewebes, etwa durch Infektionen, eine Nierenentzündung, Schadwirkung durch Fremdstoffe, Durchblutungsstörungen oder genetische Defekte. Auch die relativ geringe Flüssigkeitsaufnahme von Katzen kann zur Entstehung einer CNE beitragen.

Dass die Erkrankung gerade bei älteren Katzen auftritt, liegt vermutlich auch an altersbedingten Rückbildungsvorgängen der inneren Organe. Durch diese nehmen die Durchblutung sowie die Funktion des Nierengewebes deutlich ab. Die meisten CNE-Fälle werden bei Katzen über sieben Jahren diagnostiziert.

Gut zu wissen!

Wichtig zu wissen: Erst wenn zwei Drittel der Nephrone irreversibel zerstört sind, treten offensichtliche Krankheitszeichen der chronischen Nierenerkrankung auf. Deshalb ist es ratsam, spätestens bei 7 Jahre alten Katzen, jährliche Nieren-Checks beim Tierarzt durchführen zu lassen. (AAFP Guidelines)

Detailliertere Informationen zur Pathogenese der CNE finden Sie in unserer CNE-Broschüre.