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Heeli – unser neuester Heelianer


Janine Bahr-van Gemmert und André van Gemmert, die Preisträger der HelpingVets 2019, waren kaum zurück auf der Insel, als der Anruf kam. Touristen haben im Watt vor dem Südstrand Föhrs einen Heuler gefunden. Warum er seine Mutter verloren hat kann nicht mehr gesagt werden, aber meistens sind es wir Menschen, die mit unserem Verhalten dazu beitragen, dass die Seehundbabies von ihren Müttern getrennt und so zum Heuler werden. (Heuler bezeichnet ein mutterloses Seehundbaby). Kommen wir den „süßen“ Robben zu nah, flüchten die Mütter Richtung Meer und die Heuler schaffen es nicht hinterher oder werden in der Nordsee durch die Strömung weggetragen. Zurück bleibt ein verlassener Heuler, der ohne Hilfe nicht allein überleben kann.

Der ca. 2-Wochen alte Heuler hatte Glück, er kam ins Robbenzentrum Föhr von Janine und André. Da er der erste Heuler nach der Entgegennahme der HelpingVets war – der Tierschutzpreis, mit dem Heel Vet jedes Jahr drei gemeinnützige Tierschutzorganisationen auszeichnet – tauften die beiden ihn auf den Namen „Heeli“. Heeli war, wie die meisten anderen Heuler auch, die im Robbenzentrum Föhr landen, viel zu leicht und dehydriert. Sie brachte nur 10kg auf die Waage – deutlich zu wenig für dieses Alter, wenn man bedenkt, dass das Geburtsgewicht von Robben 8-10 kg beträgt und nach 4 Wochen vervierfacht werden muss. Durch die Trennung von ihren Müttern verlieren die Robbenbabies sehr schnell an Gewicht. Kein Wunder, denn die Muttermilch, von der sie sich anfangs ausschließlich ernähren, hat einen Fettanteil von ca. 45%. Hinzu kommt, dass sie durch den Gewichtsverlust schneller auskühlen und auch vom Schwimmen allein in der Nordsee völlig erschöpft sind. Es fehlt die schützende und unterstützende Mutter, die ihnen in den ersten 14 Tagen normalerweise nicht von der Seite weicht und das Kleine auch mal ein Stück auf dem Rücken mitträgt und ca. 4 Wochen mit der nährreichen, fetten Milch säugt. Heeli hatte zudem noch kleinere Wunden am Rücken und blutete am Maul.

Für die erfahrene Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert keine Seltenheit. Sie behandelte die Wunden und versorgte Heeli zusammen mit ihrem Mann André mit energiereicher Flüssigkeit und Wärme und später Lachsemulsion, so dass das kleine Heuler-Mädchen sich gut erholen und schon etwas zunehmen konnte. Mittlerweile ist sie sehr munter geworden und schwimmt schon wieder auch kurz im Pool. Doch bis die kleine Robbe wieder zurück ins Meer kann, muss sie noch einige Kilos zunehmen. Doch zurück in die Nordsee soll sie auf jeden Fall, denn da gehört sie hin und wird hoffentlich gesund und munter und glücklich sehr alt werden.

Mehr Informationen rund um die Robbenstation auf Föhr: www.robbenzentrum-foehr.de