Multicomponent-Multitarget-Prinzip

Wirkprinzip der Kombinationspräparate von Heel

Konventionelle Arzneimittel wirken nach einem einfachen Schlüssel-Schloss-Prinzip: Auf molekularer Ebene besitzt ein Rezeptor (Protein oder Proteinkomplex) genau eine spezifische Bindungsstelle für einen speziellen physiologischen Agonisten. Bei den konventionellen Arzneimitteln passt entsprechend ein Wirkstoff nur auf ein Ziel in unserem Körper und aktiviert oder hemmt einen Prozess, der im besten Fall zur Bekämpfung von Symptomen und zur Besserung der Krankheit führt. Bei komplexen Erkrankungen sind an der Reaktion jedoch meist viele verschiedene Schaltstellen und Rezeptoren des Organismus beteiligt. Um eine Wirkung auf das gesamte Krankheitsgeschehen zu erzielen, werden daher häufig sehr hohe Wirkstoffkonzentrationen eingesetzt, die jedoch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können. 

Bei solch komplexen Vorgängen reicht ein einzelner Wirkstoff oftmals nicht aus, auch wenn eine hohe Wirkstoffmenge eingesetzt wird. Das Prinzip der biologischen Kombinationspräparate von Heel gleicht daher einem Schlüsselbund: Sie beinhalten mehrere effektive Einzelsubstanzen, die je nach spezifischer Indikation zusammengestellt sind und gleichzeitig gezielt an zahlreichen Ansatzpunkten im Organismus wirken. Man spricht von einem Multicomponent-Multitarget-Prinzip. Komplexe Krankheitsgeschehen, wie bei der Arthrose oder felinen CNE, lassen sich so effektiver regulieren [1, 2]. Dabei ist die synergistische Gesamtwirkung der Wirkstoffkombination ausschlaggebender als die Wirkung der Einzelbestandteile [1, 3].

Gut zu wissen

Für komplexe Erkrankungen reicht ein einziger Wirkstoff nicht aus.

Viele Wirkstoffe in niedriger Dosierung sprechen viele Ziele an. Die Gesamtwirkung ist stärker als die Summe der Einzelwirkungen.

[1] Csermely P et al. Trends Pharmacol Sci, 2005; 26: 178-182.
[2] Zimmermann GR et al. Drug Discov Today, 2007; 12: 34-42.
[3] Heine H. Biol Med 1999; 19-23.