Akute muskuläre Hals- und Rückenbeschwerden beim Pferd

Muskuläre Hals- und Rückenbeschwerden beim Pferd kennt und fürchtet fast jeder Pferdebesitzer. Ursächlich dafür sind meist akute Verletzungen, Fehlstellungen oder Überbelastungen, die in der Folge dann häufig im Bereich des Rückens und des Halses Muskelverhärtungen und/oder -schmerzen auslösen. Diese kann der Halter oftmals selbst als harte Strukturen unter der Haut ertasten. Die schmerzhaft verkrampften Muskeln schränken die Beweglichkeit des Tieres ein. Muskelbeschwerden beim Pferd bedürfen in vielen Fällen einer Behandlung durch den Tierarzt, um das Tier optimal medizinisch zu versorgen und chronische Geschehen zu vermeiden. Je nach Schweregrad der Muskelbeschwerden beim Pferd empfiehlt sich auch die Gabe von Arzneimitteln. Wie wichtig ein rechtzeitiger Behandlungsbeginn ist, konnte auch in einer aktuellen Anwendungsbeobachtung gezeigt werden [1]. 

  • Ergebnisse einer Anwendungsbeobachtung beim Pferd

    Ergebnisse einer Anwendungsbeobachtung beim Pferd

    Analysiert wurden im Rahmen der Anwendungsbeobachtung die Daten von 135 Pferden, die aufgrund akuter muskulärer Hals- und/oder Rückenbeschwerden (schmerzhafte Muskulatur, Bewegungsunwilligkeit und teilweise Lahmheit) in 29 Tierarztpraxen behandelt wurden. Die Tiere wurden mit einem biologischen Arzneimittel mindestens sieben bis maximal 28 Tage lang behandelt. Verabreicht wurden Injektionslösungen und/oder Tabletten, gegebenenfalls zusätzlich ein Gel für die lokale Anwendung. Die Anwendungsbeobachtung konnte zeigen, dass Pferde, bei denen die Muskelbeschwerden bereits seit mehr als 14 Tagen bestanden, deutlich länger bis zum Einsetzen der Besserung (8,4 gegenüber 4,8 Tagen) sowie bis zum vollständigen Verschwinden der Symptome benötigten, als Pferde, die maximal 14 Tage vorerkrankt waren. Die Gruppe mit längerer Vorerkrankung benötigte insgesamt etwa 5 Tage mehr bis zum vollständigen Abklingen der Symptome. Die weiter fortgeschrittenen entzündlichen Prozesse im Muskel bei bereits länger erkrankten und nicht therapierten Pferden scheinen einen maßgeblichen Einfluss auf den Heilungsverlauf zu haben. Die beschriebenen Ergebnisse der Anwendungsbeobachtung sprechen also für einen möglichst frühzeitigen medikamentösen Therapiebeginn bei Muskelbeschwerden beim Pferd im Hals- und Rückenbereich.

  • Therapie von Muskelbeschwerden beim Pferd

    Therapie von Muskelbeschwerden beim Pferd

    Ein frühzeitiger Behandlungsbeginn bei akuten muskulären Hals- und Rückenbeschwerden beim Pferd ist immer von Vorteil – die Therapiemaßnahmen richten sich dabei nach dem Schweregrad der vorliegenden Probleme. Wichtig bei muskulären Schmerzen und Verhärtungen ist eine ausreichende Ruhephase. Ergänzend können auch physikalische Therapiemaßnahmen die Regeneration unterstützen. Hierzu zählen zum Beispiel Massagen, Wasser- oder Wärmebehandlung. 

    Falls medikamentös behandelt werden muss, ist ein frühzeitiger Behandlungsbeginn mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Arzneimitteln ratsam, um eine schnelle und vollständige Heilung zu gewährleisten. 

    Gut sind hier biologische Tierarzneimittel geeignet. Neben der guten Wirksamkeit sind sie aufgrund guter Verträglichkeit auch für einen längeren Anwendungszeitraum einsetzbar. Ein weiterer Vorteil ist, dass die empfohlene Karenzzeit vor einer Turnierteilnahme bei biologischen Tierarzneimitteln bis einschließlich einer D6 Substanz gemäß der FN Einstufung nur 48 Stunden beträgt.

  • Empfehlungen bei Muskelbeschwerden des Pferdes

    Empfehlungen bei Muskelbeschwerden des Pferdes

    Bei ersten Hinweisen auf muskuläre Hals- und Rückenbeschwerden beim Pferd sollte das Tier einem Tierarzt vorgestellt werden, um bei Bedarf eine schnelle Behandlung in die Wege zu leiten; denn auch wenn die Beschwerden zunächst harmlos erscheinen, können sie große Auswirkungen haben.

    Für Pferdehalter gilt es deshalb, regelmäßig den Hals- und Rückenbereich ihres Pferdes auf Verhärtungen abzutasten und auf Anzeichen von muskulären Beschwerden zu achten. Dazu zählen unter anderem Unwilligkeit beim Satteln, Bocken oder Steigen beim Reiten, undefinierbare Lahmheiten, Schlagen mit dem Kopf und Schweif sowie fehlendes Schwingen mit dem Rücken. 

    Falls die Hals- und Rückenbeschwerden beim Pferd z.B. durch ein Trauma, wie einen Sturz, eine Zerrung oder eine Prellung ausgelöst wurden, kommt es im Körper zu vielfältigen Reaktionsketten, die einen Entzündungsmechanismus in Gang setzen. Eine Entzündung ist ein komplexer Prozess des körperlichen Abwehrsystems. Sie ist eine Reaktion auf innere oder äußere Reize, die Zellen oder Gewebe (z.B. Muskeln) schädigen. Ihre Aufgabe ist es, den Reiz zu beseitigen und beste Voraussetzungen für eine Heilung zu schaffen.  Dieser Mechanismus läuft allerdings nicht immer reibungslos ab: Eine überschießende Entzündungsreaktion etwa kann den Heilungsprozess verzögern oder gegebenenfalls sogar verhindern. Im schlimmsten Fall kann es zu dann zu Folgeschäden kommen – z. B. in Form einer anhaltenden Lahmheit.

    Eine weitere Gefahr ist die Schonhaltung, die Pferde einnehmen, um den betroffenen Bereich zu entlasten und Schmerz zu vermeiden. Bleibt das Problem unbehandelt, kann es durch die dauerhafte einseitige Belastung zu bleibenden Fehlstellungen des Bewegungsapparates kommen. Deshalb ist ein Tierarztbesuch bei akuten muskulären Hals- und Rückenbeschwerden beim Pferd immer sinnvoll und empfehlenswert – denn ein frühzeitiger Therapiebeginn ist für einen schnellen, unkomplizierten und vollständigen Heilungsverlauf ratsam. 

Gut zu wissen!

Biologische Arzneimittel können bei der Behandlung von muskulären Hals- und Rückenschmerzen gute Dienste leisten. Zu den Möglichkeiten der biologischen Tiermedizin berät Ihr Tierarzt Sie gerne.

[1] Schwenzer K, Pferdespiegel, Enke-Verlag 2016, 2: 87-89