Deine Katze wirkt schlapp, frisst schlecht und zieht sich zurück? Wer eine Katze hat, kennt dieses mulmige Gefühl: Ist es nur ein schlechter Tag – oder steckt mehr dahinter? Tatsächlich könnten diese Anzeichen auch auf eine Pankreatitis, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, hindeuten. Was jetzt wichtig ist, wie deine Tierärztin / dein Tierarzt die Diagnose stellt und wie du deiner Fellnase am besten hilfst – das erfährst du hier.
Um zu verstehen, was bei einer Pankreatitis passiert, schauen wir uns erst mal an, was die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) eigentlich macht. Sie erfüllt zwei wichtige Aufgaben: Sie produziert Verdauungsenzyme (= exokrine Funktion), die im Dünndarm zur Aufspaltung der Nährstoffe aus der Nahrung benötigt werden. Andererseits bildet die Bauchspeicheldrüse Hormone (= endokrine Funktion), die den Blutzuckerspiegel regulieren.
Wenn die Verdauungsenzyme jedoch bereits in der Bauchspeicheldrüse aktiviert werden, beginnen diese, das eigene Gewebe zu verdauen. Es kommt zu einer Entzündung. Dabei beschränkt sich die Entzündung oft nicht nur auf die Bauchspeicheldrüse selbst, sondern kann sich auch auf umliegende Organe ausweiten.
Eine Pankreatitis, also Entzündung der Bauchspeicheldrüse, kann akut mit plötzlichen Symptomen verlaufen, oder chronisch und schleichend mit wiederkehrenden Beschwerden. Deshalb ist eine frühe Diagnose besonders wichtig.
Du kennst deine Katze am besten und weißt, wie gut sie darin ist, Unwohlsein und Schmerzen zu verbergen. Statt klarer Symptome zeigen sich bei einer Pankreatitis oft unspezifische Veränderungen:
Appetitverlust oder plötzliche Futterverweigerung
vermehrtes Schlafen, Lethargie
Erbrechen
Veränderte Kotbeschaffenheit (weicher, fettiger, übelriechender Kot)
Empfindlichkeit bei Berührung des Bauches, z. B. beim Hochheben oder Abtasten
Eine Bauchspeicheldrüsenentzündung ist für deine Katze immer schmerzhaft, auch wenn sie das nicht zeigt, daher müssen auch kleine Veränderungen im Verhalten ernst genommen werden.
Bei einer akuten Pankreatitis treten die Symptome meist plötzlich und deutlich auf. Bei deutlichen Symptomen wie Apathie, Futterverweigerung, Bauchschmerzen und Erbrechen solltest du umgehend die Tierarztpraxis aufsuchen
Die chronische Form hingegen verläuft schleichender: Hier stehen vor allem wiederkehrende Appetitlosigkeit, langsamer Gewichtsverlust und ein dauerhaft reduziertes Allgemeinbefinden im Vordergrund.
Die Ursachen für das Auftreten einer Pankreatitis sind nicht vollständig geklärt, aber viele der folgenden Faktoren können begünstigend wirken oder ein Auslöser sein:
Übergewicht
Fettreiches bzw. ungeeignetes Futter
hormonelle Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Schilddrüsenüberfunktion
verschiedene Infektionskrankheiten (z. B. Felines Coronavirus (FCoV) Felines Immundefizienz-Virus (FIV), Toxoplasmose, Caliciviren)
Chronische Entzündungen im Darm (Inflammatory Bowel Disease (IBD))
Entzündliche Gallenerkrankungen
Medikamente
Stumpfe Traumata, Durchblutungsstörungen durch Operationen
Tumore
Genetische Veranlagung (Siamkatzen sind besonders anfällig)
Gut zu wissen!
Bei Katzen kommt eine Pankreatitis häufig nicht allein: Bei der sogenannten Triadas kommen gleich drei Diagnosen zusammen.
– Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)
– Cholangiohepatitis (Entzündung der Gallenwege und der Leber)
– Inflammatory Bowel Disease (IBD; Darmerkrankung)
Vor allem chronisches Erbrechen bei IBD ist ein Risikofaktor für die Entstehung einer Pankreatitis. Katzen haben als anatomische Besonderheit einen gemeinsamen Ausführungsgang von Galle und Bauchspeicheldrüse in den Darm hinein. Bei chronischem Erbrechen verursacht der erhöhte Druck im Darm den Rückfluss von Gallen- und Pankreassekreten in die Bauchspeicheldrüse, was zu Entzündungen führen kann.
Die Diagnose einer Pankreatitis ist für Tierärztinnen und Tierärzte oft eine Herausforderung, weil die Anzeichen so unspezifisch sind. Deshalb beginnt die Untersuchung mit einem ausführlichen Gespräch zur Krankengeschichte und einer gründlichen klinischen Untersuchung deiner Katze. Blutuntersuchungen zeigen meist eine Erhöhung der felinen Pankreaslipase (fPLI), die bei einer Pankreatitis typischerweise erhöht ist.
Ein Ultraschall des Bauchraums gibt zusätzliche Hinweise auf Entzündungen oder Veränderungen der Bauchspeicheldrüse und umliegender Organe. Um andere Erkrankungen auszuschließen, können weitere Untersuchungen, Tests oder Kotanalysen nötig sein.
Die Behandlung der akuten Pankreatitis zielt vor allem darauf ab, dass die Schmerzen gelindert, die Entzündung reduziert und die Verdauung stabilisiert wird. Die Behandlung kann Infusionen beinhalten, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen, Medikamente gegen Schmerzen und Übelkeit sowie eine spezielle Ernährung, die die Bauchspeicheldrüse schont. Bei schweren Fällen kann auch eine stationäre Behandlung notwendig sein, bei der deine Katze eng überwacht und unterstützt wird.
Bei einer chronischen Pankreatitis steht eine langfristige Diät mit fettarmer, gut verdaulicher Nahrung im Vordergrund, gegebenenfalls ergänzt durch unterstützende Gabe von Verdauungsenzymen und/ oder B-Vitaminen. Regelmäßige tierärztliche Kontrolluntersuchungen helfen Veränderungen früh zu erkennen. Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus oder IBD müssen mitbehandelt werden.
Trotz schneller Therapie und konsequenter Fütterung kann sich eine exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) entwickeln. Dabei produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenige Verdauungsenzyme, was zu Mangelernährung, Durchfall und weiterem Gewichtsverlust führt, da die aufgenommene Nahrung nicht mehr ausreichend verwertet werden kann.
Keine Sorge, du kannst aktiv etwas tun, um das Risiko einer Pankreatitis bei deiner Katze zu senken! Mit ein paar einfachen Maßnahmen in der täglichen Pflege entlastest du ihre empfindliche Bauchspeicheldrüse und hilfst, Probleme zu vermeiden. Hier sind die wichtigsten Tipps:
Füttere hochwertiges Futter, das gut vertragen wird und nicht zu fett ist.
Achte auf ein gesundes Gewicht.
Lass chronisch kranke oder ältere Katzen regelmäßig durchchecken.
Beobachte Verhaltensänderungen (Rückzug, Appetit).
Gut zu wissen!
Wenn du deine Katze unterstützen möchtest, denke an die natürlichen Tierarzneimittel von Heel Vet.
Das könnte dich auch interessieren