Stumpfes Trauma bei einer Katze: Ursachen, Symptome, Therapie

Dieses Bild kennt fast jeder Katzenhalter: Der Vierbeiner kommt von einem Erkundungsgang draußen oder in der Wohnung zurück und humpelt oder leckt sich ausgiebig das Bein bzw. die Pfote. Ein stumpfes Trauma bei einer Katze entsteht häufig durch Stürze aus größeren Höhen, durch Unfälle oder dadurch, dass sich die Katze versprungen hat. So zahlreich wie die Situationen, in denen sich eine Katze verletzen kann, sind auch die möglichen Traumata, die von der kleinen Schürfwunde über das ausgerenkte Gelenk bis hin zur schweren Verletzung reichen können. Der Gang zum Tierarzt ist immer empfehlenswert, da auch scheinbar leichte Verletzungen unbehandelt schwere Folgen nach sich ziehen können.

  • Was ist ein Trauma?

    Was ist ein Trauma?

    Wird gesundes Gewebe durch Krafteinwirkung von außen geschädigt, wird die daraus entstehende Verletzung als Trauma bezeichnet. Unterschieden werden kann hier zwischen einem offenen und stumpfen Trauma: Ersteres geht mit einer Eröffnung der Haut einher, wie es etwa bei Biss-, Schnitt- oder Platzwunden der Fall ist. Bei einem stumpfen Trauma bei einer Katze wird die Haut, eventuell auch darunterliegendes Gewebe wie Muskeln, Sehnen oder innere Organe geschädigt, ohne dass die Haut sichtbar verletzt wird. Stumpfe Traumata können bei Katzen im Alltag schnell entstehen, etwa beim Spielen, Jagen oder im Straßenverkehr. Zu stumpfen Traumata zählen:

    Verstauchungen und Zerrungen (Distorsion)

    Verstauchungen und Zerrungen entstehen häufig durch Stürze oder Umknicken einer Gliedmaße. Durch das Überdehnen des Gelenkes werden dabei die Gelenkflächen über das normale Maß hinaus gegeneinander verschoben, kehren aber wieder in ihre natürliche Position zurück. Die Überdehnung der Bänder und/oder Gelenkkapseln ist sehr schmerzhaft, außerdem kann es zu Blutergüssen und einer Schwellung kommen.

    Ausgerenktes Gelenk (Luxation)

    Wie bei der Distorsion kommt es bei einer Luxation zu einer Überdehnung des Gelenkes und damit zu einer Verschiebung der Gelenkflächen gegeneinander. Dabei wirkt jedoch eine so starke Kraft auf das Gelenk, dass die Bänder und Gelenkkapsel reißen und die Gelenkflächen dadurch nicht mehr in Ihre natürliche Position zurückkehren. Ein ausgerenktes Gelenk verursacht starke Schmerzen, Blutergüsse, eine starke Schwellung sowie eine unnatürliche Gelenkstellung. 

    Prellung (Kontusion)

    Im Falle einer Prellung oder Quetschung, die meist durch einen Stoß, Schlag oder Sturz verursacht wird, kommt es zu einer Reizung der Muskulatur, teilweise sind auch Bänder, Knochenhaut oder Gelenkkapsel betroffen. Eine Prellung äußert sich durch eine Schwellung des betroffenen Gewebes sowie durch die Entstehung eines Blutergusses. 

    Gut zu wissen

    Wichtig ist, dass jedes Trauma im Körper einen komplexen, heilungsfördernden Entzündungsprozess auslöst. Es gilt, den Reiz zu beseitigen und beste Voraussetzungen für den Heilungsverlauf zu schaffen, damit das geschädigte Gewebe schnellstmöglich und vollständig repariert werden kann.

    Es kann dabei jedoch zu einer überschießenden Entzündungsreaktion kommen, die das Abheilen der Verletzung verzögern oder sogar verhindern kann. Die Folgen sind starker Schmerz, Schwellung und eine Bewegungseinschränkung. Unter Umständen kann sich aus einer akuten auch eine chronische Entzündung entwickeln.

  • Symptome eines Traumas bei der Katze

    Symptome eines Traumas bei der Katze

    Ein stumpfes Trauma stellt der Katzenhalter – war er nicht selbst Zeuge der Verletzung - meist an einer plötzlichen Lahmheit der Katze fest. Weitere Symptome, die für das Vorliegen eines Traumas sprechen, sind die typischen Anzeichen einer Entzündung: Schmerz, Schwellung, Rötung sowie Bewegungseinschränkung des verletzen Körperteils. Achtung: Diese Symptome können in manchen Fällen auch erst Stunden nach der Verletzung auftreten!

  • Untersuchung und Diagnose des Traumas bei der Katze

    Untersuchung und Diagnose des Traumas bei der Katze

    Auch wenn ein Trauma nicht schwerwiegend erscheint, löst es im Körper immer eine Kaskade von Reaktionen aus, um die idealen Bedingungen für eine Heilung zu schaffen. Da diese hilfreichen Entzündungsreaktionen aber nicht immer reibungslos ablaufen, kann sich auch eine relativ harmlose Verletzung, die unbehandelt bleibt, zu einem schmerzhaften, im schlimmsten Fall chronischen Krankheitsgeschehen wie einer anhaltenden Lahmheit auswachsen.

    Die Untersuchung durch den Tierarzt ist deshalb auch bei leichten bis mittelschweren Traumata zu empfehlen. Dieser kann durch eine gründliche Lahmheitsuntersuchung sowie durch bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall die Art sowie die Schwere des stumpfen Traumas bei einer Katze feststellen und die notwendige Therapie einleiten. 

  • Therapie des Traumas bei der Katze

    Therapie des Traumas bei der Katze

    Je nach vorliegender Verletzung wird der Tierarzt die entsprechende Therapie festlegen. Zur Behandlung eines leichten bis mittelschweren Traumas wie einer Prellung oder Zerrung reicht es meistens schon aus, die betroffene Gliedmaße mit Hilfe einer Schiene oder eines Verbandes ruhigzustellen.

    Handelt es sich bei dem Trauma um ein ausgerenktes Gelenk, muss der Tierarzt dieses vor der Ruhigstellung unter Betäubung wieder einrenken. Eine operative Behandlung eines stumpfen Traumas bei einer Katze wird notwendig, wenn es sich bei der Verletzung um einen Knochenbruch oder Bänderriss handelt. Um die Heilung zu unterstützen, sollte der Katzenhalter das verletze Körperteil zudem mehrmals am Tag kühlen. Eine Überanstrengung der Katze sollte vom Halter außerdem dringend vermieden werden.

Gut zu wissen

Mit entsprechenden Arzneimitteln lässt sich außerdem den Symptomen der Entzündung wie Schmerz und Schwellung entgegenwirken. Biologische Arzneimittel können das Entzündungsgeschehen effektiv regulieren und den Heilungsprozess fördern. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach den Möglichkeiten der biologischen Therapie.