Ob im Park, auf der Terrasse oder beim Herumtollen im Garten – Insekten- und Zeckenstiche gehören in der warmen Jahreszeit zu den häufigsten kleinen Notfällen beim Hund. Während bei manchen Vierbeinern Bienen- oder Wespenstiche harmlos verlaufen, können sie bei anderen zu schmerzhaften Schwellungen oder gar lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen führen – vor allem bei Stichen in den Maul- oder Rachenraum.
Auch Zecken sind nicht zu unterschätzen: Die blutsaugenden Spinnentiere können Krankheiten wie Borreliose, Anaplasmose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen – mit einem Stich sogar mehrere auf einmal.
Wenn eine Wespe oder Biene zusticht, löst dieser Stich beim Hund eine Entzündungsreaktion aus, die sich in Form von Schwellung, Juckreiz oder Rötung zeigt. Je nach Reaktionslage des Immunsystems kann es zu unterschiedlich starken Symptomen kommen. Besonders gefährlich sind Stiche in den Rachenraum, da sie durch die Schleimhautschwellung zu Atemnot führen können, oder ein allergischer Schock, bei denen der gesamte Körper betroffen ist.
Anders als Insekten wie beispielsweise Mücken, saugen Zecken über mehrere Stunden oder Tage Blut – und können auf diesem Wege Krankheitserreger wie Borrelien oder Anaplasmen übertragen. Der Zeckenstich ist oft auch unauffällig, da die Zecken sehr klein sein können und im Fell nicht immer gut zu sehen sind. Sollten Krankheitserreger von der Zecke übertragen worden sein, so zeigen sich die Symptome der Infektion oft erst später, was dazu führen kann, dass die Krankheitssymptome gar nicht mehr mit dem Zeckenstich in Verbindung gebracht werden.
Gut zu wissen
Auch wenn sie oft gemeinsam erwähnt werden – Zecken sind keine Insekten, sondern gehören zur Klasse der Spinnentiere (Arachnida). Sie sind eng mit Milben verwandt und besitzen – im Gegensatz zu Insekten – acht Beine.
Ob dein Hund gestochen wurde, kannst du oft an seinem Verhalten erkennen:
Plötzliche Schmerzreaktion, Unruhe
Lecken, Kratzen oder Beißen an einer bestimmten Stelle
Rötung, Schwellung, Quaddeln
Manche Hunde humpeln oder schonen das betroffene Bein, etwa wenn sie in die Pfote gestochen wurden. Im besten Fall löst ein Stich nur die typischen Symptome wie Juckreiz, Rötung und Schwellung der Haut aus. Wie beim Menschen klingen diese nach einigen Stunden bis hin zu wenigen Tagen wieder ab.
Anders sieht es aus, wenn dein Hund allergisch auf das Insektengift reagiert. Hierbei kann die heftige Immunreaktion zu einem lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock führen: Dabei erweitern sich die Blutgefäße plötzlich, der Blutdruck fällt ab – es drohen Kreislaufversagen und Atemstillstand.
Achtung bei allergischem Schock!
Die Symptome bei einem allergischen Schockgeschehen entwickeln sich sehr schnell und können sich auch sehr schnell weiter verschlechtern.
– Quaddeln (Schwellung der Haut) an der Einstichstelle
– Schwäche, Zittern, Taumeln
– Fieber
– eine schnelle, flache Atmung
– erhöhter Puls
– blasse Schleimhäute
– Erbrechen und Inkontinenz
– Bewusstseinstrübung mit Apathie bis hin zur Bewusstlosigkeit
Im Vergleich zu Insektenstichen fallen Zeckenstiche zunächst kaum auf. Zecken sitzen gerne an dünn behaarten Stellen wie Ohren, Bauch oder Achseln. Da die Zecke über einen längeren Zeitraum Blut saugt, können sich lokale Entzündungen an der Einstichstelle bilden. Zeigt dein Hund nach einigen Wochen plötzlich Fieber, ist abgeschlagen oder beginnt zu lahmen, solltest du im Hinterkopf haben, dass Zecken auch Krankheiten übertragen können.
Ist dein Hund auch ein „Insektenjäger“? Schnappt dein Hund nach Bienen, Wespen und Co, fühlen sich die Insekten zu recht bedroht und stechen zu. Zecken warten besonders gern in hohem Gras, aber auch in Gebüschen, im Unterholz oder an Waldrändern auf deinen Hund. Durch zu milde Winter und fehlende Fressfeinde sind sie nicht nur im Sommer aktiv, sondern bleiben meist das ganze Jahr über eine Gefahr für deinen Hund.
Sollte dein Hund über Tage oder Wochen unspezifische Symptome – wie Müdigkeit oder Fieber – nach einem Zeckenstich zeigen, kann deine Tierärztin oder dein Tierarzt durch eine Blutuntersuchung klären, ob eine Infektion vorliegt.
Zeckenstich oder Zeckenbiss – was ist korrekt?
Auch wenn „Zeckenbiss“ im alltäglichen Sprachgebrauch weit verbreitet ist, spricht man medizinisch korrekt von einem Zeckenstich. Mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen ritzen sie die Haut auf und verankern ihren Stechapparat fest darin.
Bei einem Insektenstich solltest du deinen Hund zunächst beruhigen und die betroffene Stelle gründlich untersuchen. Falls noch ein Stachel zu sehen ist – was bei Bienen der Fall sein kann – zieh ihn vorsichtig heraus, ohne dabei auf den Giftsack zu drücken. Danach empfiehlt sich eine zügige Kühlung. Hier eignet sich ein in kaltes Wasser getauchtes Tuch oder ein Kühlpad aus dem Kühlschrank, um Schwellung und Juckreiz zu lindern. Kühlakkus direkt aus dem Gefrierfach – müssen in ein Tuch gewickelt sein, sonst kann es zu Erfrierungen auf der Haut kommen.
Juckreizstillende Gele oder Pflegeprodukte aus der Tierarztpraxis oder der Apotheke können zusätzlich helfen – aber auch hier gilt: Nur verwenden, wenn dein Hund die Stelle nicht beleckt. Ätherische Öle wie Lavendel oder Teebaumöl können Allergien auslösen und sollten daher nur nach Rücksprache mit der Tierärztin / dem Tierarzt eingesetzt werden.
Achtung bei Stichen im Mund- oder Rachenraum!
Als Sofortmaßnahme unbedingt auch hier von außen kühlen und den Hund beobachten, denn die Atemwege können innerhalb kürzester Zeit durch das Anschwellen der Schleimhäute und der Zunge blockiert werden. Sobald der Halsbereich oder die Zunge deines Hundes anschwellen, er unruhig wird, angestrengter atmet oder röchelt, ist das ein Notfall und umgehend eine tierärztliche Behandlung erforderlich!
Auch bei einem Zeckenstich solltest du schnell handeln und die Zecke möglichst bald entfernen – idealerweise mit einer speziellen Zeckenzange oder Zeckenkarte. Achte darauf, diese möglichst hautnah anzusetzen, um die Zecke nicht zu zerquetschen und vollständig mit Kopf entfernen zu können. Behandele die Einstichstelle danach mit einem antiseptischen Spray.
Wichtig ist, betroffene Stellen in den folgenden Tagen gut zu beobachten: Rötet oder verhärtet sich die Haut, oder zeigt dein Hund allgemeine Krankheitssymptome, solltest du immer die Tierärztin / den Tierarzt aufsuchen.
Gut zu wissen
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Damit es gar nicht erst zu schmerzhaften Insekten- oder Zeckenstichen kommt, kannst du mit ein paar einfachen Maßnahmen viel zum Schutz deiner Fellnase beitragen:
Lass deinen Hund nicht an offenem Fallobst, Mülleimern oder Resten auf Picknickplätzen schnüffeln – dort tummeln sich Wespen besonders gern.
Stell Wassernäpfe und Futter nicht dauerhaft im Garten oder auf der Terrasse bereit – und überprüfe sie regelmäßig auf Insekten.
Bring deinem Hund bestenfalls schon von klein auf bei, nicht nach Bienen oder Wespen zu schnappen – das verringert das Risiko von Stichen im Maul erheblich.
Ob Halsband, Spot-on, Tablette oder Spray, welches Produkt am besten für deinen Hund geeignet ist erfährst du in deiner Tierartpraxis. Hier solltest du dich auch beraten lassen, wenn dein Hund in fremde Länder mit auf Reisen gehen soll.
Zecken laufen erst durch das Fell und suchen sich ein passendes Plätzchen für ihren Aufenthalt. Daher kann die Zeckensuche nach dem Spaziergang viele Stiche verhindern.
Im eigenen Garten kannst du das Zeckenrisiko reduzieren, indem du regelmäßig mähst und beliebte Unterschlupfmöglichkeiten für Zecken entfernst.
Vorbeugend können auch Insektengitter an Fenstern und Türen sinnvoll sein.
Übrigens: Zecken sind bereits ab einer Außentemperatur von 4 °C aktiv, daher ist Zeckenschutz nicht nur im Sommer sondern ganzjährig ein wichtiges Thema.
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