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Durch viel Bewegung entsteht ein Verletzungsrisiko.

Stressfreies Hundetraining

Hundesport erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Kein Wunder, denn dieser bringt zahlreiche positive Effekte mit sich: Der gemeinsame Sport stärkt die Bindung zwischen Mensch und Vierbeiner, sorgt für körperliche wie geistige Auslastung des Tieres und dient dem Abbau von überschüssiger Energie und Stress – letzteres aber leider nicht in jedem Fall. Denn auch sportliche Betätigung kann beim Hund Stress verursachen. Dies gilt es unbedingt zu vermeiden, da sich die nervliche Belastung nicht nur negativ auf die Psyche auswirkt, sondern auf Dauer auch die körperliche Gesundheit des Tieres beeinträchtigen kann.

Hund beim stressfreien Hundetraining

Stress beim Hund – Auslöser und Anzeichen erkennen

Hund beim Training unter Stress

Ein stressfreies Hundetraining sollte Ziel einer jeden Sporteinheit mit dem Vierbeiner sein. Dabei ist der Übergang von erwünschter Triebigkeit in belastenden Stress allerdings oftmals fließend und eine genaue Abgrenzung für den Halter demnach schwierig. Dennoch gibt es einige Anzeichen, die anzeigen, dass der Vierbeiner gerade unter Stress steht.

Dazu zählen unter anderem weit geöffnete Augen mit Stressfalten, vermehrte Speichelproduktion, häufiges Schütteln, Bellen sowie starkes Hecheln. Auch angespannte Muskeln, Zittern am ganzen Körper, Übersprungshandlungen wie Verbeißen in die Leine  und auffälliges Verhalten gegenüber Artgenossen können Symptome für Stress beim Hund sein. Genauso vielfältig, wie sich Stress beim Hund äußern kann, sind auch die Ursachen für diesen. Beim Sport lässt sich zwischen körperlichen, sozialen, umweltbezogenen, leistungsbezogenen und psychischen Auslösern von Stress unterscheiden.

Körperliche Stressauslöser können Hunger, Durst, Schlafmangel, Kälte oder Hitze aber auch mögliche Schmerzen sein. Man sollte unterscheiden, ob es sich wirklich um Stresssymptome handelt oder ob der Hund lediglich aufgeregt vom Training ist.

Sozialer Stress wird häufig von z.B. aggressiven Artgenossen ausgelöst und ist oftmals als Verunsicherung zu deuten. Auch lange Wartezeiten im Auto, in der Box oder in einer fremden Umgebung können diese Art von Stress beim Hund verursachen.

Umweltbezogene Stressfaktoren
hingegen können zu viel Hektik, laute Geräusche, Reizüberflutung oder negative Assoziation mit einem bestimmten Ort sein.

Auslöser für leistungsbezogenen Stress kann körperliche oder geistige Überforderung sowie auch Unterforderung beim Training, Leistungsdruck, zu großer eigener Ehrgeiz oder auch Angst vor Bestrafung sein.
 
Psychischer Stress wird oftmals durch Unsicherheit ausgelöst, etwa wenn der Hund nicht weiß, was ihn erwartet. Grundsätzlich begünstigen Charakterzüge wie Ängstlichkeit und Sensibilität die Entstehung von psychischem Stress. Aber auch Frustration oder Nervosität können ursächlich für diesen sein.

Gezielte Entspannung beim Hundesport

Sowohl für ein stressfreies Hundetraining als auch für das allgemeine Wohlbefinden und die Gesundheit des Vierbeiners ist es wichtig, Stress nachhaltig zu lösen. Grundsätzlich sollten dafür die Auslöser der Stressreaktion nach Möglichkeit umgangen oder beseitigt werden. Zugleich ist es sinnvoll, gezieltes Entspannungstraining einzusetzen, um das Stresslevel des Hundes zu senken. Denn ein entspannter Vierbeiner kann deutlich souveräner mit belastenden Situationen umgehen.    Mit Hilfe von Entspannungstraining kann außerdem stressbasierten Problemen wie Muskelverspannungen und Hyperaktivität entgegengewirkt werden.

Auch biologische Tierarzneimittel können bei der Reduktion von Stress gute Dienste leisten – und sind dabei sehr gut verträglich. Aus rechtlichen Gründen dürfen wir Ihnen kein Arzneimittel empfehlen. Ihr Tierarzt berät Sie aber gerne. Sprechen Sie ihn auf biologische Tierarzneimittel von Heel Vet an.

Stressfreies Hundetraining – mit diesen Tipps gelingt der entspannte Sport mit dem Vierbeiner

Damit das Training für den Hund so stressfrei und reibungslos wie möglich abläuft, sollten Hundehalter folgende Regeln beachten:

1.  Check-up beim Tierarzt
Bevor mit der Ausübung eines Hundesports begonnen wird, sollte ein Tierarzt die Gesundheit und den Allgemeinzustand des Hundes mittels einer gründlichen medizinischen Untersuchung abklären. Je nach Alter und Verfassung des Vierbeiners kann dann über die am besten geeignete Trainingsform entschieden werden. Fordernde Sportarten wie Agility sollten wirklich nur dann ausgeübt werden, wenn der Hund gesund ist und eine belastbare Konstitution aufweist.

2. Achtsames Auswählen von Trainer und Verein

Der Wohlfühl-Faktor für Hundehalter und Vierbeiner sollte beim Training an oberster Stelle stehen und daher auch bei der Wahl eines Hundetrainers bzw. Hundesportvereins immer bedacht werden – für ein stressfreies Hundetraining dürfen sich weder Tier noch Halter unter Druck gesetzt oder überfordert fühlen. Beim Hundeplatz sollte darauf geachtet werden, dass dieser nicht überfüllt ist. So können zusätzliche Stressauslöser vermieden werden.

3. Routine bei der Vorbereitung

Bereits bei Aufbruch und auf dem Weg zum Trainingsplatz sollte eine entspannte Atmosphäre herrschen. Wenn bereits vor dem Sport Hektik aufkommt, weil die Utensilien nicht vorbereitet sind oder die Fahrzeit zum Hundeplatz zu knapp kalkuliert wurde, kann auch das folgende Training nur schwer entspannt durchgeführt werden.

4. Bewusstes Gestalten der Wartezeiten

Zu langes Warten ohne Beschäftigung kann eine Ursache für Unterforderung und daraus resultierende Frustration sein. Die Wartezeiten sollten deshalb angenehm und mit ausreichend Ruhe gestaltet werden, indem dem Hund zum Beispiel eine Box oder Decke mit Spielzeug und Kauartikeln angeboten wird.

5. Ruhe und Sicherheit ausstrahlen
Der Hundehalter sollte als gutes Beispiel voran gehen und im Training stets als ruhiger, kontrollierter und zuverlässiger Partner für den Hund agieren. Nervosität und Anspannung übertragen sich auf den Vierbeiner, weshalb auch Entspannungsübungen für den Halter hilfreich sein können.

6. Lob und Motivation dem Hund anpassen
Da sich Hunde in ihrem Wesen voneinander unterscheiden, ist es wichtig herauszufinden, welche Art von Lob und Motivation für den eigenen Vierbeiner die richtige ist. Durch Anerkennung kann die Beziehung zwischen Mensch und Tier intensiv gestärkt werden.

7. Ausreichend Abstand zu anderen Hunden einhalten
Wird diese Regel befolgt, kann der Hund entspannt und ohne Versuchung, zu den Artgenossen laufen zu wollen, trainieren. Dies führt zu mehr Disziplin und bietet dem Vierbeiner genug Platz für seinen individuell benötigten Freiraum.

8. Weniger ist mehr
Dieser Leitspruch sollte vor allem unter dem Aspekt immer im Hinterkopf behalten werden, dass Hunde alles für ihren Halter tun und dabei auch über die eigenen Grenzen hinausgehen. Es ist die Aufgabe des Hundehalters, den Hund nicht zu überfordern. Folglich ist es ratsam, an schlechten Tagen auch mal ein Training abzubrechen und mit einer leichten Übung zu beenden, die der Hund gut beherrscht und die ihm Freude macht.

9. Sensibilität
Hundehalter sollten nicht nur auf dem Trainingsplatz sondern überall im Alltag genau auf Stresssymptome ihres Hundes achten. So lassen sich Stresssituationen für den Vierbeiner vermeiden und der Hund lernt, dass jederzeit Verlass auf den Halter ist.