Zeel

Unsere beste Zeit ist jetzt.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich dich als Welpe zu mir nach Hause geholt habe. An die ersten gemeinsamen Tage. Das gegenseitige Beschnuppern und Kennenlernen. Ich weiß noch, wie oft du als junger Hund über Grenzen hinaus gegangen bist. Über meine und über deine. Und wie reumütig du jedes Mal zurückgekommen bist. Du wusstest genau, wann du zu weit gehst. So viel Energie und pure Lebensfreude sind nicht leicht zu zügeln. Mit den Jahren bist du ruhiger geworden. Und nach so langer Zeit, die wir Seite an Seite verbracht haben, verstehen wir uns blind.

Wir sind ein eingespieltes Team. Nie waren wir uns so nah und vertraut wie heute. Du musst nicht mehr jedem Schmetterling hinterherjagen und bei unseren gemeinsamen Laufrunden läufst du nicht mehr selbstverständlich vorne weg. Aber du hast immer noch Spaß daran. Wenn du in die Jahre kommst, ist das mit verschiedenen Veränderungen verbunden. Wie aber äußern sich diese? Woran erkenne ich den Alterungsprozess und was kann ich für dich tun, damit du auch in deiner Seniorenzeit fit bleibst und wir gemeinsam noch viel Freude haben? Auf diese und andere Fragen gibt es hier Antworten.

Hilfe, mein Vierbeiner wird alt!

Erste Alterungszeichen erkennst du leicht: Oft sind es die grauen Haare, besonders im Schnauzenbereich. Vielleicht ist dein Hund auch weniger agil und aktiv, wird schneller müde und schläft häufiger und länger. Mit fortschreitendem Alter bereiten ihm Treppensteigen oder Hochspringen zunehmend Probleme.

Andere Alterserscheinungen sind meist weniger offensichtlich: Dein Hund hört und sieht schlechter; die Abwehrkräfte lassen nach und er wird infektanfälliger. Womöglich stellst du fest, dass auch das Reaktions- und Orientierungsvermögen vermindert ist.

Ebenso kann er verstärkt oder auch zu wenig trinken und insgesamt weniger Appetit haben. Zahnprobleme (z.B. starker Mundgeruch) und Gewichtszunahme trotz unveränderter Fütterung deuten drauf hin: Dein Hund wird alt.

Die gute Nachricht: Das Leben mit einem Senior beschreiben viele Hundebesitzer als besondere Erfahrung, weil die Beziehung inniger und intensiver wird. Wenn du deinen Liebling eng begleitest, aufmerksam beobachtest und gezielt unterstützt, kann er bis ins hohe Alter fit und beweglich bleiben. Ein stabiler, gesunder Bewegungsapparat ist dafür eine wichtige Voraussetzung – und um diesen zu erhalten, kannst du einiges tun.

 

Wie alt ist mein Hund in Menschenjahren?

Wann du bei deinem Tier mit ersten Alterserscheinungen rechnen musst, ist vor allem von Rasse und Genetik abhängig. Man sagt, große Hunde altern schneller als kleine.

Gut zu wissen!

Diese Tabelle kann dir nur Anhaltspunkte dafür geben, wie alt dein Hund in etwa in Menschenjahren wäre. Neuere Studien geben Hinweise darauf, dass unsere Vierbeiner vor allem in den ersten Lebensjahren deutlich schneller altern als wir Menschen und sich der Prozess dann verlangsamt.

Bei der genaueren Berechnung hilft folgende Formel:

16 ln (Hundealter) + 31 = Menschenalter*

Wenn die Gelenke altern

Mit zunehmendem Alter verändert sich vor allem auch der Bewegungsapparat deines Hundes: Die Muskulatur wird schwächer, die Knochenstruktur verändert sich durch die tägliche Belastung und die Gelenke nutzen sich ab. Bewegungen verursachen nun immer wieder Schmerzen. Hier beginnt der chronische Gelenkverschleiß (= Arthrose).

Aber was genau passiert im Gelenk? Im gesunden jungen Gelenk überzieht eine Knorpelschicht die Knochenflächen und wirkt wie ein „Stoßdämpfer“. Die Gelenkflüssigkeit, die sich im Spalt zwischen den Knochenenden befindet, sorgt zusätzlich dafür, dass die Knochen bei Bewegung reibungslos übereinander gleiten. Im Laufe der Jahre produziert der Körper jedoch immer weniger dieser Flüssigkeit. Damit fehlt es an genügend „Gleitmittel“ und auch der Gelenkknorpel verliert an Elastizität. Der Stoßdämpfer arbeitet nun nicht mehr 100%-ig, Schäden am Knorpel können entstehen.

Die Reibung im Gelenk verursacht nun zunehmend Schmerzen und regelmäßig wieder aufflammende Entzündungen fördern den Verschleiß. Der Prozess schreitet voran und führt zum weiteren Abbau des Gelenkknorpels. Ein Teufelskreis! Nicht ausgeheilte Verletzungen, über- und fehlbelastete Gelenke sowie auch Übergewicht und Bewegungsmangel begünstigen den Verschleiß zusätzlich.

 

Gut zu wissen!

Der Gelenkknorpel funktioniert wie ein Schwamm. Er kann nur durch regelmäßige Be- und Entlastung die Gelenkflüssigkeit aufnehmen und so mit Nährstoffen versorgt werden. Wird das Gelenk nicht bewegt, kommt es zu einer Unterversorgung des Knorpels und die Arthrose schreitet schneller voran.

Woran erkenne ich, ob mein Hund unter Arthrose leidet?

Für deinen Hund bedeutet der fortschreitende Gelenkverschleiß zunehmend weniger Lebensqualität: Entzündungen und Schmerzen schränken die Beweglichkeit ein. Das Laufen tut ihm weh und selbst natürliche Bedürfnisse wie sich kratzen und putzen, sich rekeln und strecken können sehr unangenehm sein. Um deinem Liebling eine bewegliche und glückliche Seniorenzeit zu ermöglichen, solltest du schon früh auf mögliche Anzeichen achten: Je früher eine Arthrose erkannt und behandelt wird, desto größer ist die Chance auf ein schmerzfreies Altern.

Arthrose-Check

Gut zu wissen!

Rund 1/5 aller Hunde leiden im Laufe ihres Lebens an einer Arthrose. Häufig sind die in Grafik oben gezeigten Gelenke betroffen.

Wie kann ich mein Tier unterstützen?

Falls du die Vermutung hast, dass dein Hundesenior an Arthrose leidet, kann deine Tierärztin/dein Tierarzt mittels Begutachtung beim Laufen, gründlichem Abtasten sowie bildgebenden Verfahren wie Röntgen eine genaue Diagnose stellen und eine geeignete Therapie beginnen.

Zwar ist die Arthrose nicht heilbar, weil sie den Knorpel dauerhaft schädigt, aber sie kann behandelt werden. Die Therapie ist anspruchsvoll, denn sie ist in der Regel für den Rest des Lebens notwendig. Deshalb sollte sie gut verträglich und einfach anzuwenden sein. Was ist das Ziel dieser Behandlung? Die Therapie sollte nicht nur die Schmerzen und Entzündungen lindern, sondern auch den Gelenkknorpel und damit die Beweglichkeit deines Vierbeiners so lange wie möglich erhalten und schützen.

Für ältere Tiere, die auch an verschiedenen Erkrankungen gleichzeitig leiden können, gilt: Die zu verabreichenden Medikamente sollten gut kombinierbar und möglichst ohne Nebenwirkungen sein. Biologische Tierarzneimittel können hier gute Dienste leisten.

Gut zu wissen!

Neben einer klassischen Schmerztherapie – um die akuten Schmerzen zu lindern – empfiehlt sich als Langzeittherapie zusätzlich die Gabe von Tierarzneimitteln mit regenerativen Effekten auf den Gelenkknorpel. Sprich deine Tierärztin / deinen Tierarzt auf Möglichkeiten der Therapie mit biologischen Tierarzneimitteln an.

Tipps für den Alltag: Das hilft Hundegelenken, gesund zu bleiben

Beobachten

Hab deinen Senior stets gut im Blick, reagiere sensibel auf seinen Aktivitätsdrang und überfordere ihn nicht. Achte vor allem auf Verhaltensänderungen.

Ernährung anpassen

Ältere Hunde brauchen weniger Energie als junge. Das solltest du auch beim Füttern berücksichtigen. Ergänzungsfuttermittel die z.B. Chondroitin und Glukosamine enthalten können das Gelenk zusätzlich unterstützen.

Ruhepausen gönnen

Richte feste und geeignete Plätze für deinen Hund ein, an die er sich zurückziehen und sich von den Aktivitätsphasen erholen kann.

Übergewicht vermeiden

Ein zu hohes Gewicht kann die Gelenke zusätzlich beanspruchen. Kontrolliere regelmäßig das Gewicht deines Tieres und passe – falls erforderlich – die Futtermengen an. Gib deinem Hund lieber mehrere kleine Portionen, denn seine Verdauung arbeitet im Alter zunehmend träge.

Entspannt bewegen

Verkürze je nach Gemütszustand deines Hundes eure Strecken und geht lieber mehrere kleine Runden am Tag.

Gelenke schonen

Schwimmen beispielsweise ist hervorragend für ältere Hunde geeignet. Hier werden die Gelenke bei der Bewegung geschont, da sie das Gewicht des Hundes nicht tragen müssen.

Körper und Geist trainieren

Geistige Beschäftigung und Aufmerksamkeit im Hundealter sind mindestens genauso wichtig wie körperliche Auslastung. Auch für Senioren eignen sich daher Such- und Intelligenzspiele oder Balanceübungen.

Check-Ups wahrnehmen

Für deinen älteren Hund sind regelmäßige gründliche Untersuchungen besonders wichtig. Ein- bis zweimal im Jahr solltest du ihn bei einem Tierarzt /einer Tierärztin vorstellen.

* (Quelle: Wang et al., 2020 Cell Systems 11, 176–185; doi.org/10.1016/j.cels.2020.06.006)