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Fünf Fragen an ... Jonas Lauströer

Bild von Jonas Lauströer: Hans Huckebein der Unglücksrabe

Jonas Lauströer ist für Heel ein absoluter Glücksfall. 2011 gewinnt das Unternehmen den Künstler als Illustrator für einen Kalender über Hunderassen – und kann sich bis heute über eine erfolgreiche Zusammenarbeit freuen. Seit damals ist Lauströer der kreative Kopf hinter der beliebten Kalenderserie von Heel. Dieses Jahr erscheint der Kalender, der in limitierter Auflage gedruckt wird, bereits zum vierten Mal.
Lauströer arbeitet als freiberuflicher Illustrator und Dozent im Hamburger Atelier „Igor und die Anderen“ und illustriert für renommierte Verlage wie Spiegel und Gruner & Jahr. Seine Buchillustrationen werden international ausgestellt und bekamen bereits zahlreiche Auszeichnungen.

Heel: Herr Lauströer, beschreiben Sie uns doch kurz, wie die Zusammenarbeit mit Heel an den Kalendern entstanden ist.
Jonas Lauströer: In 2010 habe ich für die Friedrich-Schiller-Universität Jena eine wissenschaftliche Arbeit illustriert, die später im Buch Hunde in Bewegung[1] veröffentlicht wurde. Heel wurde auf das Buch aufmerksam und nahm über die Uni mit mir Kontakt auf. Die Hundeporträts, die ich für den Buchabschnitt zu den Hunderassen gezeichnet hatte, wurden danach im ersten Heel-Kalender „Charakterköpfe 2012“ abgebildet. So hat es angefangen. Nach der positiven Resonanz auf den Kalender hat sich die Zusammenarbeit dann vertieft: Die Tierzeichnungen der späteren Kalender habe ich ausschließlich für diese entworfen und illustriert.

Heel: Was gefällt Ihnen besonders an diesem Projekt?
Jonas Lauströer: Bei wissenschaftlichen, also nicht-fiktiven, Illustrationen finde ich es spannend, mit Partnern zusammenzuarbeiten, die aus einem anderen Fachbereich kommen. So kann ich mich selbst in diesem Bereich inhaltlich fortbilden. Das nutze ich dann unter anderem für die Illustration von Bilderbüchern für Kinder, in diesem Falle zum Beispiel bei der Darstellung von Tieren. Die fiktive und nicht-fiktive Illustration bereichern sich also gegenseitig.

Heel: Welche Techniken verwenden Sie für Ihre Zeichnungen, wie zum Beispiel in dem neuen Kalender mit dem Motto „Temperamente“?
Jonas Lauströer: Für die Zeichnungen verwende ich einen Ölkohlestift. Den kann man sich als weichen schwarzen Buntstift vorstellen, mit dem ich einen schönen satten schwarzen Ton zeichnen kann. Mit Aquarell und Acryl kommt dann Farbe ins Bild. Korrekturen sind allerdings relativ schwierig, weil die Bilder dadurch oft an Spontanität verlieren. Und diese ist wichtig, wenn man Bewegung darstellen will.

Heel: Sie haben bereits zahlreiche Tierillustrationen angefertigt, nicht nur für den Heel-Kalender. Was reizt Sie besonders daran?
Jonas Lauströer: Am Thema Tier reizen mich die vielfältigen Bewegungen. Dadurch, dass sie springen oder fliegen können, sind sie einfach die perfekten Fortbewegungsmaschinen. Und Tiere haben einen starken Charakter, den man gut nutzen kann. Ich habe „Reineke Fuchs“ illustriert und arbeite gerade an „Hase und Igel“. Letztendlich geht es immer um Menschengeschichten, die man sehr leicht in Tiergestalt erzählen kann.
Bei meinen Tierzeichnungen, auch bei der Sachillustration, spielt die Fantasie eine wichtige Rolle. Bei der wissenschaftlichen Darstellung läuft man Gefahr, das Bild mit hunderten von Details zu überfrachten, die der Betrachter gar nicht verarbeiten kann. Ich denke, dass das Spiel mit der Fantasie mehr vermittelt. Wie zum Beispiel bei Bewegungen, die man in der Realität auch nicht bewusst wahrnimmt. Bei meinen Zeichnungen bekommt der Betrachter daher nur ein paar „Eckpunkte“ und alles dazwischen interpoliert, also ergänzt, das Gehirn selbst.

Heel: Wenn Sie sich in ein Tier verwandeln könnten, welches wäre das?
Jonas Lauströer: Spontan würde ich jetzt sagen: der Rabe! Schon als ich meine Diplomarbeit gemacht habe, wollte ich gerne ein Vogel sein und einfach das Gefühl haben, jederzeit aufstehen und losfliegen zu können. Das Zebra finde ich auch sehr schön – weil es noch ein grafisches Element mitbringt.

Fischer M., Lilje K (2011). Hunde in Bewegung. Franckh Kosmos Verlag, Stuttgart.

Homepage von Jonas Lauströer